Starlink knackt 132 Mbps – Satelliteninternet holt Kabelanschlüsse ein
Starlinks Satellitennetz liefert in den USA inzwischen Geschwindigkeiten, die klassische Kabelanschlüsse unter Druck setzen – und das nicht nur auf dem Papier. Laut aktuellen Messungen von Ookla Speedtest erreichte der Mediandurchsatz im vierten Quartal 2025 einen Wert von 132 Mbit/s beim Herunterladen. Noch zu Jahresbeginn 2025 lag dieser Wert bei 100 Mbit/s, Ende 2024 sogar nur bei 64 Mbit/s. Das entspricht einer Verdoppelung innerhalb von zwölf Monaten.
Die Zahlen
Neben der Rohgeschwindigkeit ist ein zweiter Wert bemerkenswert: Knapp 45 Prozent aller US-amerikanischen Starlink-Nutzer erreichten im vierten Quartal 2025 dauerhaft die von der US-Regulierungsbehörde FCC als Mindeststandard definierten 100/20 Mbit/s (Download/Upload). Anfang 2025 schafften das nur 17 Prozent. SpaceX hat damit nicht nur Spitzenwerte verbessert, sondern das Gesamtniveau der Nutzerbasis angehoben.
Der Grund ist simpel: mehr Satelliten. Im Laufe des Jahres 2025 führte SpaceX über 120 Falcon-9-Starts durch und brachte die Konstellation auf knapp 10.000 aktive Satelliten. Jeder zusätzliche Satellit verteilt die Last, senkt die Latenz und macht das Netz stabiler – auch für Anwendungen wie Online-Gaming, die empfindlich auf Verzögerungen reagieren.

Starlink-Antenne für den Heimgebrauch – die Hardware kostet in Deutschland derzeit zwischen 300 und 600 Euro.
Die Regulierungsfrage
Die Entwicklung wirft ein neues Licht auf eine alte Entscheidung. Die FCC lehnte im Dezember 2023 eine Förderung von 886 Millionen US-Dollar für Starlink ab – mit der Begründung, der Dienst erfülle die geforderten Mindestgeschwindigkeiten nicht. Damals stimmte das. Heute übertrifft Starlink genau diese Schwelle deutlich, und traditionelle US-Kabelanbieter wie Comcast und Charter berichten bereits über Kundenverluste in ländlichen Gebieten.
Was das für Deutschland bedeutet
In Deutschland ist Starlink über Amazon und andere Händler erhältlich. Die Antenne kostet rund 300 bis 600 Euro, der monatliche Tarif liegt bei etwa 50 Euro aufwärts. Offizielle Partnerschaften mit Telekom, Vodafone oder anderen Mobilfunkanbietern hierzulande gibt es bislang nicht. Lokale Geschwindigkeitstests, die mit den US-Werten vergleichbar wären, liegen ebenfalls nicht vor.
Der Direct-to-Cell-Dienst – eine Funktion, mit der herkömmliche Smartphones direkt über Starlink-Satelliten erreichbar sind – läuft in den USA seit Juli 2025 über T-Mobile. In Deutschland ist ein solches Angebot noch nicht angekündigt. SpaceX arbeitet unterdessen an noch größeren Satelliten für das Starship-Trägersystem, die perspektivisch Gigabit-Geschwindigkeiten ermöglichen sollen. Ob und wann das den deutschen Markt erreicht, ist offen.