Rivian kürzt Georgia-Kredit um 2,1 Milliarden Dollar

Rivian kürzt Georgia-Kredit um 2,1 Milliarden Dollar

Rivian bekommt für sein neues Werk im US-Bundesstaat Georgia deutlich weniger Staatsgeld als geplant. Das US-Energieministerium (DOE) bewilligte statt der ursprünglich vereinbarten 6,6 Milliarden Dollar nur noch 4,5 Milliarden Dollar – ein Minus von 2,1 Milliarden. Die neue Kreditvereinbarung wurde unter der Trump-Regierung abgeschlossen, die den Rückenwind für E-Auto-Investitionen merklich gedrosselt hat. Für Rivian kommt das zu einem Zeitpunkt, an dem der Konzern ohnehin mit negativem freien Cashflow kämpft.

Die neue Werksplanung

Der ursprüngliche Plan sah zwei Bauphasen und eine Jahreskapazität von 400.000 Fahrzeugen vor. Davon bleibt nun Phase 1 mit 300.000 Einheiten übrig – TechCrunch zufolge entspricht das immerhin einer Steigerung gegenüber dem ursprünglich für Phase 1 geplanten Wert von 200.000 Einheiten. Rivian deutet das als Effizienzgewinn: Weniger Kapital, aber höhere Stückzahl in der ersten Ausbaustufe, was die Stückkosten senken soll. Vertikaler Bau soll noch 2026 beginnen, der erste Kreditabruf ist für Anfang 2027 geplant, die Serienproduktion für Ende 2028.

Phase 2 – also der Sprung auf 400.000 Fahrzeuge – steht vorerst ohne Finanzierungsplan da. Ob Rivian dafür erneut Staatsunterstützung beantragt oder sich über den Kapitalmarkt finanziert, ist offen.

Was das für Europa bedeutet

Für Käufer hierzulande ist Rivian bislang kein direkter Faktor – das Unternehmen verkauft in Deutschland keine Fahrzeuge. Der entscheidende Hebel für eine Europa-Präsenz ist das Joint Venture mit Volkswagen, das mit bis zu 5,8 Milliarden Dollar bewertet wird. Über dieses Gemeinschaftsunternehmen soll Rivians Software-Architektur in künftige VW-Modelle einfließen. Solange die Georgia-Kapazität von 300.000 Einheiten vollständig für den US-Markt eingeplant ist, bleibt Europa auf unabsehbare Zeit außen vor – realistische Lieferungen vor 2029 sind kaum vorstellbar.

Das neue Kompaktmodell R2 ist in den USA bereits in Produktion, zunächst im bestehenden Werk in Normal, Illinois. Die Performance-Version kostet 57.990 Dollar; die günstigere Standardversion für rund 45.000 Dollar ist laut CNBC erst für Ende 2027 geplant – 18 Monate später als ursprünglich angekündigt.

Finanzlage bleibt angespannt

Im ersten Quartal 2026 verbuchte Rivian einen negativen freien Cashflow von einer Milliarde Dollar und einen bereinigten EBITDA-Verlust von 472 Millionen Dollar. Das Fahrzeuggeschäft schreibt weiterhin rote Zahlen – 62 Millionen Dollar Verlust beim Bruttoprofit. Einziger Lichtblick: Der Software- und Servicebereich wuchs um 49 Prozent im Jahresvergleich und erzielte eine Bruttomarge von 38 Prozent. Rivian setzt also zunehmend auf lizenzierbare Softwareplattformen statt auf Fahrzeugmargen – ein Modell, das über das VW-Joint-Venture auch nach Europa exportiert werden könnte, lange bevor ein Rivian-Fahrzeug hier auf der Straße fährt.

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