OpenAI und Microsoft beenden Exklusivität: Was die neue Vereinbarung bedeutet

OpenAI und Microsoft beenden Exklusivität: Was die neue Vereinbarung bedeutet

OpenAI und Microsoft haben ihre seit 2019 bestehende Partnerschaft grundlegend neu geregelt. Ab sofort gilt die Zusammenarbeit ohne Exklusivbindung: OpenAI kann seine KI-Modelle auf beliebigen Cloud-Plattformen anbieten, während Microsoft seine Lizenz bis 2032 behält – allerdings ohne bisherige Sonderrechte. Für Unternehmen, die auf KI-Dienste setzen, verschiebt sich damit die Verhandlungsmacht spürbar.

Das neue Verhältnis

Azure bleibt bevorzugter Cloud-Partner: Neue OpenAI-Produkte erscheinen weiterhin zuerst dort. Doch OpenAI erhält das Recht, Dienste parallel bei AWS, Google Cloud und anderen Anbietern bereitzustellen. CEO Sam Altman bestätigte, dass Kunden OpenAI-Dienste künftig plattformunabhängig einsetzen können.

Die Finanzstruktur ändert sich ebenfalls. Microsoft zahlt künftig keine Umsatzbeteiligung mehr an OpenAI. Umgekehrt überweist OpenAI bis 2030 weiterhin 20 Prozent seiner Einnahmen an Microsoft – allerdings mit einer vereinbarten Obergrenze. Die genaue Höhe des Deckels wurde nicht veröffentlicht. Zudem entfällt die sogenannte AGI-Klausel: Bislang waren Lizenzrechte und Umsatzbeteiligungen daran gekoppelt, ob OpenAI künstliche allgemeine Intelligenz erreicht. Diese Abhängigkeit ist jetzt aufgehoben, wie The Decoder berichtet.

Die Bedeutung für den deutschen Markt

Der Schritt kommt zu einem günstigen Zeitpunkt für Unternehmen hierzulande. Erst im März 2026 startete OpenAI for Germany – eine Kooperation mit SAP und Microsoft auf Basis der souveränen Delos Cloud, die in deutschen Rechenzentren betrieben wird und strengen Datenschutzanforderungen genügt, wie DataCenterDynamics dokumentiert. Die neue Multi-Cloud-Freiheit ermöglicht es nun, ähnliche souveräne Infrastrukturen auch über andere Anbieter aufzubauen – relevant für den öffentlichen Sektor und regulierte Branchen wie Banken und Versicherungen.

Regulatorisch passt die Vereinbarung zur Linie des Digital Markets Act: Die bisherige Exklusivbindung stand unter Beobachtung der EU-Kommission sowie britischer und amerikanischer Wettbewerbsbehörden. Die Auflösung der Exklusivität beseitigt ein potenzielles Hemmnis, berichtet Bloomberg.

Ausblick

Auslöser der Neuverhandlung war offenbar ein 50-Milliarden-Dollar-Vertrag zwischen OpenAI und Amazon – Microsoft hatte laut Berichten rechtliche Schritte erwogen, bevor es zur Einigung kam. Für deutsche Unternehmen bedeutet das Ergebnis: mehr Wettbewerb unter Cloud-Anbietern, mehr Wahlfreiheit bei der KI-Infrastruktur und potenziell niedrigere Einstiegshürden für souveräne KI-Lösungen.

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