NASA schickt vier Hüpf-Drohnen zum Mond: Das Projekt MoonFall
NASA will den Mond nicht mehr mit teuren Großmissionen erkunden, sondern mit einem Schwarm kleiner, autonomer Drohnen. Das Projekt heißt MoonFall und sieht vier springende Roboter vor, die den Südpol des Mondes kartieren sollen – bevor überhaupt ein Mensch dort landet. Wer die Artemis-Mission bisher als bürokratisches Mammutprojekt kannte, erlebt damit eine ungewöhnlich pragmatische Kehrtwende.
Die Technik
Jede der vier Drohnen trägt zehn Kameras. Zusammen liefern sie 40 Sensorsysteme, die ein hochaufgelöstes Bild des Mondgeländes erzeugen sollen. Das Ziel: eine detaillierte Karte, die zukünftigen Missionen sichere Landepunkte zeigt und geeignete Standorte für erste Mondbasismodule markiert. Pro Gerät sind rund 50 Kilometer Geländeabdeckung geplant, laut Space.com.

Das Besondere an MoonFall ist der Fortbewegungsmodus: Die Drohnen springen über die Oberfläche statt sanft an einem Punkt zu landen. Beim Annähern an den Boden bewertet jedes Gerät eigenständig das Gelände und wählt den sichersten Auftreffpunkt. Dieser Ansatz ersetzt einen konventionellen Landeapparat – und senkt damit Kosten und Risiken erheblich. Verantwortlich für das Projekt ist Ray Baker vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA.

Der Zeitplan
NASA plant, kommerzielle Unternehmen für Antrieb, Mechanik und Transport der Drohnen einzubinden. Die Auswahl der Partner soll bis Juni 2026 abgeschlossen sein. Das Jahr 2027 ist für Testseries vorgesehen, 2028 soll das Gerät zum Startplatz geliefert werden. MoonFall gilt als Nachfolger des Mars-Hubschraubers Ingenuity, der gezeigt hat, dass leichte autonome Fluggeräte unter extremen Bedingungen zuverlässig funktionieren.
NASA-Administrator Jared Isaacman treibt den Wandel hin zu schnelleren, günstigeren Missionen aktiv voran. Breitere Pläne für eine dauerhafte Mondbasis bis 2030 – mit einem Investitionsrahmen von 30 Milliarden Dollar über zehn Jahre – beschreibt Science News im Detail.
Kein europäischer Fingerabdruck
Europäische Raumfahrtunternehmen tauchen in der bisher veröffentlichten Ausschreibung nicht auf. Die ESA ist am MoonFall-Konzept nicht beteiligt; deutsche oder österreichische Zulieferer werden nicht genannt. Das US-Programm setzt konsequent auf inländische Industrie und Startups – ein Tempo, mit dem Europa bisher strukturell nicht mithalten kann. Wie das Gleichgewicht zwischen US-Dominanz und internationaler Zusammenarbeit beim Mond künftig aussieht, bleibt offen.