Toyota Land Cruiser 300 Hybrid: 457 PS – aber nicht für Deutschland
Toyota hat den Land Cruiser 300 Hybrid offiziell für Australien angekündigt – und damit das stärkste Serienmodell der gesamten Land-Cruiser-Geschichte. Der Antrieb leistet 457 PS und 790 Nm, die Markteinführung in Australien ist für Mitte 2026 geplant. Für Käufer hierzulande bleibt der Vollhybrid vorerst unerreichbar: Deutschland gehört nicht zu den vorgesehenen Märkten.
Das Antriebssystem
Im LC300 Hybrid arbeitet Toyotas i-Force-Max-System, das bereits im Pickup Tundra eingesetzt wird. Es kombiniert einen 3,5-Liter-Benzin-V6 mit Biturbo und einen kompakten Elektromotor. Die Systemleistung von 457 PS und 790 Nm Drehmoment entspricht einem Zuwachs von rund 20 Prozent gegenüber dem bisherigen V6 ohne Elektrounterstützung. Die Kraft wird über eine 10-Stufen-Automatik an den Allradantrieb weitergegeben.
Für Australien stehen zwei Ausstattungslinien bereit: der GR Sport mit Offroadfokus und überarbeiteter Federung sowie die Sahara ZX als komfortorientierte Variante. Beide kosten ab umgerechnet rund 68.500 Euro – etwa 3.900 Euro mehr als das entsprechende Benzinmodell ohne Elektromotor. Wegen der Batterieunterbringung entfällt die dritte Sitzreihe; der Hybrid ist ausschließlich als Fünfsitzer erhältlich. Im Kofferraum sitzt zudem eine 1.500-Watt-Steckdose für Feldausrüstung. Die Hydrauliklenkung wurde durch eine elektrische Servolenkung ersetzt.

Die Lage in Deutschland
Den 457-PS-Hybrid gibt es in Deutschland nicht – und laut Toyota Europa auch nicht geplant. Der LC300 Hybrid bleibt ausgewählten osteuropäischen Märkten vorbehalten, darunter Ukraine, Georgien, Aserbaidschan und Armenien, vorerst ab Januar 2026. Westeuropa ist in diesem Rollout ausdrücklich nicht berücksichtigt.
Was hierzulande verfügbar ist: der kleinere Land Cruiser 250 mit 2,8-Liter-Diesel und 48-Volt-Mild-Hybrid. Laut Auto Motor und Sport war er ab Herbst 2025 bestellbar, mit Auslieferung ab dem ersten Quartal 2026; der Einstiegspreis liegt bei 67.990 Euro. Wer die volle Systemleistung von 457 PS haben möchte, findet eine technisch identische Alternative beim Lexus LX 700h – allerdings zu einem deutlich höheren Preis.
Einordnung
Toyotas regionale Strategie folgt einer klaren Logik: Westeuropa bekommt den Mild-Hybrid im kompakteren Modell, Vollhybride in der 300er-Klasse bleiben Märkten mit anderen Regulierungs- und Nachfragestrukturen vorbehalten. Direkter Wettbewerb mit vollhybridem Großgeländewagen fehlt im deutschen Markt auf diesem Größenniveau – BMW X5 und Mercedes GLE bieten zwar Plug-in-Hybride, nicht aber einen vergleichbaren Vollhybrid mit offroad-ausgelegtem Körper. Ob Toyota den LC300 Hybrid langfristig auch nach Deutschland bringt, ist derzeit offen.