Apple streicht Mac-Konfigurationen: KI-Boom treibt Preise und Lieferzeiten hoch

Apple streicht Mac-Konfigurationen: KI-Boom treibt Preise und Lieferzeiten hoch
Mac Studio Desktop-Rechner. Illustration: Apple. Quelle: Illustration: Apple

Wer sich einen leistungsstarken Mac mini oder Mac Studio kaufen wollte, schaut derzeit oft in die Röhre: Apple hat mehrere Speicherkonfigurationen still und leise aus dem Onlineshop entfernt und gleichzeitig den Einstiegspreis des Mac mini deutlich angehoben. Schuld daran ist kein Produktfehler, sondern ein globaler Engpass bei Arbeitsspeicher-Chips – ausgelöst durch den anhaltenden KI-Boom.

Die gestrichenen Modelle

Aus dem Apple-Onlineshop sind die Mac-mini-Varianten mit 32 GB und 64 GB Arbeitsspeicher verschwunden. Für den Mac Studio mit M3-Ultra-Chip gilt ab sofort eine Obergrenze von 96 GB – die bislang verfügbaren Konfigurationen mit 256 GB und 512 GB wurden bereits im März 2026 gestrichen, wie 9to5Mac (May 5, 2026) bestätigt. Wer heute ein Modell mit M3- oder M4-Max-Chip bestellt, muss laut aktuellen Angaben neun bis zehn Wochen auf die Lieferung warten.

Mac Studio Desktop-Rechner. Illustration: Apple
Mac Studio Desktop-Rechner. Illustration: Apple

Höherer Einstiegspreis, weniger Auswahl

Der Mac mini startet seit Anfang Mai 2026 bei 799 Dollar statt zuvor 599 Dollar – ein Anstieg von 200 Dollar. Dafür entfällt die 256-GB-SSD-Option; der neue Basiswert liegt bei 512 GB Speicher. Das klingt nach einem Upgrade, ist aber vor allem eine Preiserhöhung ohne Wahlmöglichkeit. Für den deutschen Markt bedeutet das erfahrungsgemäß einen Aufpreis im Euroraum, der den Dollar-Anstieg in der Regel übersteigt. Auf Apple.de sind keine separaten regionalen Preisankündigungen veröffentlicht worden.

Apple-Chef Tim Cook bestätigte in einem Earnings Call Ende April, dass die Versorgungslage bei Mac mini und Mac Studio noch „mehrere Monate" angespannt bleiben könnte. Als Ursache nannte er die unterschätzte Nachfrage nach lokalem KI-Betrieb – also das Ausführen von Sprachmodellen direkt auf dem Gerät statt in der Cloud.

Warum Chips knapp sind

Der eigentliche Grund liegt außerhalb von Apple: Techkonzerne wie Google, Amazon, Microsoft und Meta investieren 2026 zusammen rund 650 Milliarden Dollar in Rechenzentren, wie Bloomberg (March 2026) meldet. Hersteller wie Samsung und SK Hynix verlagern ihre Produktion deshalb auf Hochgeschwindigkeitsspeicher (HBM) für KI-Server – zu Lasten des Arbeitsspeichers für Konsumgeräte. IDC bezeichnet die Lage als beispiellose Krise; eine Entspannung ist laut Analysten frühestens 2028 zu erwarten.

Was das bedeutet

Wer einen Mac mini mit 32 GB oder mehr Arbeitsspeicher benötigt – etwa für Videobearbeitung, 3D-Rendering oder lokale KI-Anwendungen – findet diese Konfigurationen derzeit schlicht nicht im Sortiment. Alternativen von anderen Herstellern auf x86-Basis sind vorhanden, bieten aber nicht Apples einheitliche Software-Umgebung. Wer warten kann, sollte abwarten; wer jetzt kaufen muss, zahlt mehr für weniger Auswahl.

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