Samsungs Milliarden-Erbschaft: Familie Lee begleicht Rekordsteuer von 8 Milliarden Dollar

Samsungs Milliarden-Erbschaft: Familie Lee begleicht Rekordsteuer von 8 Milliarden Dollar

Die Familie Lee, die hinter dem Samsung-Konzern steht, hat ihre Erbschaftsteuerschuld vollständig beglichen. Rund 12 Billionen Won – umgerechnet etwa 8 Milliarden Dollar – wurden über fünf Jahre in sechs Raten an den südkoreanischen Staat überwiesen, wie der Korea Herald bestätigt. Das ist die größte Erbschaftsteuerzahlung in der Geschichte des Landes und entspricht etwa der Hälfte aller Erbschaftsteuereinnahmen Südkoreas im Jahr 2024.

Der Ausgangspunkt

Der Fall begann mit dem Tod des früheren Samsung-Vorsitzenden Lee Kun-hee im Jahr 2020. Sein Nachlass wurde auf rund 26 Billionen Won geschätzt – umgerechnet knapp 19 Milliarden Dollar. Südkorea hat eines der strengsten Erbschaftsteuerregime der OECD: Für Großaktionäre kann der Steuersatz bis zu 60 Prozent betragen. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Spitzensatz für direkte Erben bei rund 30 Prozent, wie German Probate Lawyer aufführt. Das koreanische Modell stellt selbst europäische Hochsteuersysteme in den Schatten.

Kein Ausverkauf dank KI-Boom

Viele Analysten hatten erwartet, dass die Familie große Aktienpakete verkaufen müsste, um die Summe aufzubringen. Das blieb aus. Der Boom bei KI-Halbleitern – insbesondere bei Hochbandbreitenspeichern (HBM), einem Kernprodukt von Samsung – ließ den Aktienwert stark steigen. Laut The Investor verdoppelte sich das Familienvermögen auf rund 45,5 Milliarden Dollar. Dividenden und besicherte Kredite finanzierten die Ratenzahlungen, ohne dass der Konzerneinfluss der Familie verwässert wurde.

Parallel dazu übertrug die Familie mehr als 23.000 Kunstwerke – darunter Werke von Picasso und Monet – an südkoreanische Nationalmuseen. Die Sammlung wird auf bis zu 10 Billionen Won geschätzt. Dieser Schritt federte einen Teil der Steuerlast ab und ermöglichte zugleich internationale Ausstellungen, unter anderem im Smithsonian in Washington (2024) und demnächst im British Museum in London (Oktober 2026).

Was das für den Markt bedeutet

Mit Abschluss der Zahlungen fällt ein jahrelang schwelender Unsicherheitsfaktor weg. Institutionelle Investoren hatten das Risiko eines plötzlichen Großverkaufs von Familienpaketen stets eingepreist. Dieses Risiko ist nun vom Tisch. Lee Jae-yong hält inzwischen 1,67 Prozent an Samsung Electronics direkt – deutlich mehr als die 0,70 Prozent vor 2020. Der Konzern bleibt fest in Familienhand, die Eigentümerstruktur ist stabiler als je zuvor.

Für deutsche Anleger, die Samsung-Aktien oder Korea-ETFs halten, bedeutet das: Eine wesentliche Quelle von Governance-Unsicherheit ist beseitigt.

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