PS4 und PS5: Sony klärt auf – keine monatliche Lizenzprüfung für digitale Spiele
Wer eine PS4 oder PS5 besitzt und digital einkauft, kann aufatmen: Sony hat klargestellt, dass keine wiederkehrende 30-Tage-Lizenzprüfung für digitale Spiele eingeführt wird. Ein SIE-Sprecher erklärte gegenüber GameSpot, dass nach dem erstmaligen Starten eines Spiels mit aktiver Internetverbindung „keine weiteren Prüfungen erforderlich" seien. Die Aufregung war dennoch berechtigt – denn Sony schwieg tagelang, während der PlayStation-Support widersprüchliche Aussagen lieferte.
Die neue Regel
Das neue DRM-System (Kopierschutz) gilt für digitale Spiele, die ab März 2026 gekauft werden. Ältere Käufe bleiben unberührt. Konkret bedeutet das: Wer ein neues Spiel aus dem PlayStation Store herunterlädt, muss es einmalig online starten. Danach funktioniert es auch ohne Internetverbindung – zumindest solange Sony seine Server betreibt.
Warum Sony die Änderung eingeführt hat, erklärt der Konzern offiziell nicht. Technische Analysen von Notebookcheck und Playfront.de deuten auf zwei mögliche Gründe hin: Einerseits soll eine Sicherheitslücke geschlossen werden, die es erlaubt, ein Spiel nach dem Kauf zurückzugeben und trotzdem weiter zu nutzen. Andererseits könnten seit Januar 2026 bekannte Jailbreak-Exploits für PS5-ROMs eine Rolle spielen.
Die Ironie
Sony steht mit dieser Entscheidung in einem merkwürdigen Licht. 2013 machte sich das Unternehmen in einer viel beachteten Werbekampagne über Microsofts Xbox-One-DRM lustig – genau jene Onlinepflicht, die Sony nun selbst einführt. Microsoft nutzt ein ähnliches Modell seit Jahren für Xbox-Spiele, ohne dass es größere Proteste ausgelöst hätte. Der Unterschied: Microsoft kommunizierte das transparent. Sony tat es nicht.
Das Restrisiko
Für Spieler in Deutschland bleibt eine offene Frage: Was passiert, wenn Sony die Server irgendwann abschaltet? Die PS3-Netzwerkdienste wurden nach etwa 15 Jahren eingestellt – ein Präzedenzfall, der zeigt, dass digitale Bibliotheken nicht dauerhaft garantiert sind. Die europäische Initiative „Stop Killing Games" setzt sich genau deshalb für gesetzliche Mindestanforderungen an die Spielbarkeit nach Serverabschaltungen ein und hat bereits EU-Parlamentarier auf ihrer Seite. Wer auf Nummer sicher gehen will, greift weiterhin zur Disc.