AR-Experiment gescheitert: Apple stellt alle weiteren Vision-Pro-Projekte ein
Apple beendet die Entwicklung der Vision Pro. Das Mixed-Reality-Headset, 2024 für 3.500 Dollar (rund 3.200 Euro) eingeführt, hat sich in zwei Jahren weltweit nur rund 600.000 Mal verkauft – ein ernüchterndes Ergebnis für ein Produkt, in das Apple jahrelang investiert hatte. Die Konsequenz: Alle weiteren Versionen werden eingestellt, das Team neu ausgerichtet.
Das Scheitern
Laut MacRumors hat Apples Führung entschieden, sämtliche laufenden Vision-Pro-Nachfolgeprojekte zu beenden. Das gilt auch für die günstigere Variante namens Vision Air, die nie auf den Markt kam. Die betroffenen Mitarbeiter wurden auf andere Bereiche – vor allem Siri und Smart Glasses – umverteilt.
Besonders aufschlussreich: Das im Oktober 2025 erschienene Modell mit dem M5-Chip, das eine höhere Bildwiederholrate von 120 Hz und rund 30 Minuten mehr Akkulaufzeit brachte, interessierte kaum jemanden. Schlimmer noch: Die Vision Pro weist laut MacRumors-Quellen die höchste Rückgabequote aller modernen Apple-Produkte auf. Das ist kein Zeichen eines kleinen Iterationsproblems – sondern eines grundlegenden Marktversagens.
In Deutschland spielten dabei mehrere Faktoren zusammen. Der Preis von über 3.500 Euro inklusive Mehrwertsteuer war für Privatnutzer kaum vertretbar. Dazu fehlte ein überzeugendes deutschsprachiges App-Ökosystem, und ein klarer Anwendungsfall – ob beruflich oder privat – blieb aus. Der neue Hardware-Chef John Ternus soll das Gerät intern von Anfang an skeptisch beurteilt haben; Tim Cook bestand dennoch auf dem Marktstart.
Die neue Richtung
Apple verlagert den Fokus nun auf leichte Smart Glasses ohne integriertes Display. Nach aktuellem Entwicklungsstand sollen die Brillen zwei Kameras sowie Gestenerkennung erhalten – ähnlich wie beim Vision Pro, aber ohne den massiven Formfaktor. Eine Markteinführung wird frühestens Ende 2026 oder 2027 erwartet, der Preis dürfte im Bereich von 400 bis 600 Euro liegen.
Das Zielprodukt ähnelt damit eher den Meta Ray-Ban-Brillen (ab rund 380 Euro in Deutschland) als einem VR-Headset. Apple will in einem Segment Fuß fassen, das bisher vor allem Meta besetzt. Ob das gelingt, hängt stark davon ab, wie überzeugend Siri als zentrales Interface wirkt – und das war zuletzt nicht Apples stärkste Disziplin.