AMD Halo Box: Linux-Treiber bestätigt Mini-PC für lokale KI-Aufgaben

Von: Paul Schmitt | heute, 10:41

AMD arbeitet an einem eigenen Mini-PC für KI-Anwendungen – und ein Linux-Kernel-Patch bringt neue Details ans Licht. Wie Phoronix berichtet, taucht in einem neu eingereichten Treiber unter dem Namen `amd_halo_led` die Bezeichnung „AMD Halo Box" auf. Der Treiber steuert eine RGB-Lichtleiste am Gehäuse. Das klingt nach einem Nebensächlichen Detail – ist aber in der Treiberentwicklung ein verlässliches Zeichen, dass ein Gerät kurz vor dem Marktstart steht. Als Zieltermin gilt das zweite Quartal 2026.

Das Gerät

Im Inneren der Halo Box steckt der Ryzen AI Max+ 395 – AMDs leistungsstärkster Prozessor der Strix-Halo-Plattform mit 16 Kernen, 40 GPU-Recheneinheiten und einer KI-Rechenleistung von 126 TOPS. Dazu kommen bis zu 128 GB LPDDR5x-Arbeitsspeicher im gemeinsamen Pool für CPU und GPU. Dieser große Speicher ist entscheidend: Wer große Sprachmodelle (LLMs) lokal betreiben will, statt auf Cloud-Dienste angewiesen zu sein, braucht genau das.

AMD setzt auf eine offene Software-Plattform. Die Halo Box soll vollständige Unterstützung für ROCm 7.2.2 mitbringen – AMDs quelloffene Alternative zu Nvidias CUDA-Ökosystem. Ab Werk optimiert sind Werkzeuge wie LM Studio und ComfyUI für generative Bild- und Textmodelle, VS Code für Entwickler sowie Modelle wie FLUX.2 und SDXL. ROCm war lange AMDs schwache Flanke gegenüber Nvidia; Version 7.2.2 soll diese Lücke weiter schließen.

Der Markt in Deutschland

Direkter Konkurrent ist die Nvidia DGX Spark, die derzeit in Deutschland rund 3.500–4.700 Euro kostet – nach einer Preiserhöhung im Februar 2026. Die DGX Spark läuft ausschließlich unter Linux und bietet keine Spieleunterstützung. Die Halo Box soll laut TechRadar sowohl Windows als auch Linux unterstützen – ein praktischer Vorteil für Entwickler, die keine reine Linux-Umgebung betreiben wollen.

Einen Preisanker liefert das Framework Desktop mit identischem Ryzen AI Max+ 395: Es ist in der Eurozone ab etwa 2.329 Euro in der 128-GB-Konfiguration erhältlich. Die Halo Box wird voraussichtlich in einer ähnlichen oder höheren Preisklasse liegen – AMDs offizielle Preise stehen noch aus. Händler in Deutschland wie Mindfactory, Alternate oder Caseking sind bislang nicht als Vertriebspartner bestätigt. Wer das Gerät hierzulande kaufen kann und wann genau, bleibt offen.