Gothic Remake: Jede Tat wird erinnert – NPC-System härter als je zuvor

Von: Paul Schmitt | gestern, 19:02

Gothic aus dem Jahr 2001 gilt in Deutschland bis heute als Kulttitel – kaum ein anderes RPG hat das Verhältnis zwischen Spieler und Spielwelt so konsequent gedacht. Das Remake von Alkimia Interactive erscheint am 5. Juni 2026 für PC (Steam, GOG), PlayStation 5 und Xbox Series X/S und verspricht, diese Stärken nicht abzumildern, sondern zu vertiefen. Der Preis: €49,99 auf PC, €59,99 auf Konsolen – deutlich unter dem AAA-Niveau von €70–80.

Das Herzstück: Ruf und Strafe

Reinhard Pollice, Spieledirektor und Studioleiter bei Alkimia Interactive, hat gegenüber PC Gamer bestätigt: Jede Handlung des Namenlosen wird registriert. Wer stiehlt, ruiniert seinen Ruf. Wer tötet, riskiert, dass eine gesamte Fraktion die Kommunikation verweigert – denn Zeugen reden, und das Wort verbreitet sich schnell. Besiegte Gegner fallen zunächst bewusstlos zu Boden; man kann ihnen die Ausrüstung abnehmen und sie dann „erlösen" – doch das hat spürbare Folgen. Gestohlene Gegenstände bleiben stets als solche markiert, und Wiedergutmachung ist möglich: Gegenstände zurückgeben, Gewalt meiden, Vertrauen langsam aufbauen.

Neu hinzugekommen ist ein taktisches Element mit Wildtieren: Wirft man einem Raubtier ein Stück Fleisch hin, lenkt man es auf unliebsame Charaktere – eine elegante Möglichkeit, Konflikte ohne direkten Kampf zu lösen.

Kein Minimap, kein Handholding

Bereits zuvor hatte Pollice erklärt, dass das Remake bewusst auf Minimap und Questmarker verzichtet – PC Gamer zitierte ihn: „Wir haben das sehr strikt beibehalten. Wir haben überlegt, es optional zu machen, aber selbst das fühlte sich nicht richtig an." Orientierung erfolgt über In-Game-Karten und Umgebungshinweise – so wie im Original.

Das Remake entstand in Barcelona, unter dem Dach von THQ Nordic – einem österreichischen Publisher, der die deutschsprachigen Wurzeln der Reihe kennt. Die deutsche Sprachausgabe wird mit Original-Synchronsprechern realisiert, laut Wikipedia) soweit verfügbar. Das Originalspiel wurde bei Piranha Bytes in Essen entwickelt; das Studio wurde zwar geschlossen, doch Alkimia trägt die Designphilosophie weiter.

Demo und Vorbestellungen

Der Nyras-Prolog, eine Demo aus Februar 2025, erreichte auf Steam 77 % positive Bewertungen – ein solides Signal für ein Spiel abseits des AAA-Mainstreams. Vorbestellungen sind jetzt auf Steam, GOG, PlayStation Store und Xbox verfügbar. Wer auf PC vorbestellt, erhält den Soundtrack gratis; Konsolenvorbesteller bekommen das Originalspiel von 2001 dazu.