Tesla Robotaxi jetzt auf Android – aber in Europa bleibt das Auto am Steuer

Von: Paul Schmitt | heute, 11:09

Tesla hat am 24. April 2026 seine Robotaxi-App für Android im Google Play Store veröffentlicht – fast ein Jahr nach dem Start auf iOS. Der Fahrdienst selbst bleibt auf drei US-Städte beschränkt: Austin, Dallas und Houston. Für Nutzer in Deutschland ändert sich vorerst wenig: Was hierzulande kommt, ist kein autonomes Taxi, sondern ein Fahrassistenzsystem.

Die App, der Dienst – und der Unterschied

Die Android-App funktioniert wie ein gewöhnlicher Fahrdienst. Nutzer melden sich mit ihrem Tesla-Konto an, wählen einen Zielort auf der Karte und sehen Preis sowie Ankunftszeit. In Austin kostet eine Fahrt 3,25 Dollar Grundgebühr plus 1,00 Dollar pro Meile, in Dallas 3,00 Dollar plus 1,40 Dollar pro Meile. An Bord steuert kein Fahrer – Klimaanlage, Sitzposition und Medien lassen sich über das Smartphone oder den Bordmonitor regeln.

Die Flotte ist allerdings klein. In Austin fahren rund 40 Fahrzeuge, davon nur etwa 12 vollständig ohne Sicherheitsfahrer. Waymo, der derzeit stärkste Konkurrent, absolviert laut Electrek bereits 500.000 vollautonome Fahrten pro Woche – in zehn US-Städten. Elon Musk hatte laut CNBC bis Ende 2025 eine „weitreichende" Ausrollung versprochen; geliefert wurde eine Handvoll Fahrzeuge in drei Städten.

Die Robotaxi-App von Tesla im Google Play Store. Illustration: Google Play

Was Deutschland tatsächlich bekommt

Die Niederlande haben am 10. April 2026 als erstes europäisches Land das sogenannte FSD Supervised – Teslas Fahrassistenzsystem – nach UN-Regelwerk R-171 genehmigt. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) erwartet eine gleichwertige Zulassung innerhalb von vier bis acht Wochen, wie The Next Web berichtet. Für Frankreich und Italien gilt dieselbe Zeitschiene; bis Sommer 2026 soll die Genehmigung EU-weit gelten.

Entscheidend ist jedoch die Unterscheidung: FSD Supervised ist Level 2 – das System unterstützt beim Fahren, der Fahrer muss jederzeit aufmerksam bleiben und eingreifen können. Ein Robotaxi-Netzwerk, bei dem niemand am Steuer sitzt, ist das nicht. Tesla musste für den europäischen Markt zudem eine eigene Softwareversion (v14.2.2.5) entwickeln, die nicht identisch mit der US-Variante ist. BMW und Ford halten bereits vergleichbare Level-2-Zulassungen in Europa – Tesla ist hier kein Vorreiter ohne Wettbewerb.

Kein Robotaxi für Europa in Sicht

Ein Datum für einen autonomen Tesla-Fahrdienst in Deutschland gibt es nicht. Wer die App herunterlädt, kann sich zwar mit seinem Tesla-Konto anmelden – buchen lässt sich in Texas trotzdem nichts von hier aus. Testfahrten mit FSD Supervised finden laut Electrek bereits in Stuttgart, Frankfurt und Düsseldorf statt. Das zeigt, wohin die Reise geht – aber nicht, wann sie ankommt.