iQOO und OnePlus testen 2-nm-Chips: Nächste Flaggschiff-Generation in Sicht

Von: Paul Schmitt | heute, 16:18

Der nächste Sprung in der Chip-Fertigung ist keine Theorie mehr: Tom's Hardware bestätigt, dass TSMC im vierten Quartal 2025 die Serienproduktion von 2-nm-Chips (Prozessknoten N2) offiziell aufgenommen hat. Gleichzeitig berichtet der chinesische Insider Digital Chat Station, dass iQOO und OnePlus – beide Marken unter dem Dach von BBK Electronics – bereits Engineering-Samples mit 2-nm-Plattformen in der Hand halten. Für Käufer eines neuen Flaggschiff-Smartphones bedeutet das: Die nächste Geräteklasse verspricht endlich echte Akkulaufzeit-Gewinne statt bloßer Benchmark-Zahlen.

Der Chip

Der N2-Prozess setzt erstmals bei TSMC auf sogenannte GAA-Transistoren (Gate-All-Around), eine neue Bauform, die bessere Kontrolle über den Stromfluss ermöglicht. Gegenüber dem Vorgänger N3E liefert N2 laut TSMC bis zu 15 Prozent mehr Leistung bei gleichem Verbrauch – oder umgekehrt bis zu 30 Prozent weniger Stromverbrauch bei gleicher Geschwindigkeit. Gerade der zweite Wert ist für Smartphone-Nutzer relevant: Überhitzung und Drosselung sind seit Jahren das größte Schwachstelle der Snapdragon-8-Reihe, selbst beim aktuellen Snapdragon 8 Gen 5 auf 3-nm-Basis.

Welcher konkrete Chip in den iQOO- und OnePlus-Prototypen steckt, ist nicht bestätigt. Möglicherweise handelt es sich um eine frühe Variante eines künftigen Snapdragon-Nachfolgers. Qualcomm führt laut SamMobile Gespräche mit Samsung Foundry über eine 2-nm-Version des Snapdragon 8 Elite Gen 5 – bislang fertigt TSMC alle aktuellen Varianten.

Der Markt

Hierzulande werden iQOO- und OnePlus-Flaggschiffe mit 2-nm-Chip frühestens 2026 erhältlich sein – voraussichtlich über Amazon.de oder MediaMarkt, zu Preisen ab rund 1.200 Euro. TSMC berechnet für einen 2-nm-Wafer schätzungsweise 30.000 US-Dollar, rund 50 Prozent mehr als für einen 3-nm-Wafer. Dieser Aufpreis wird sich im Endpreis niederschlagen.

Für den deutschen Markt bleibt das Galaxy S26 von Samsung – voraussichtlich noch auf 3-nm-Basis – der nächste greifbare Flaggschiff-Kauf. Eine europäische Alternative in der Chip-Fertigung ist realistisch erst ab 2027 denkbar, wenn Japans Rapidus eigene 2-nm-Kapazitäten aufbauen will.

Der Ausblick

Digital Chat Station hat in der Vergangenheit unter anderem Details zur Xiaomi-15-Reihe und zu Realme-Flaggschiffen korrekt vorausgesagt. Seine Einschätzung zur BBK-Teststrategie gilt in der Branche als verlässlich – auch wenn offizielle Bestätigungen von iQOO und OnePlus noch ausstehen. Der eigentliche Test kommt ohnehin erst später: ob die versprochenen Effizienzwerte im Alltag halten.