SpaceX startet Falcon Heavy nach 18 Monaten – und Europa schaut zu

Von: Paul Schmitt | heute, 04:14

SpaceX will am 27. April 2026 die Falcon Heavy vom Kennedy Space Center in Florida starten – zum ersten Mal seit 18 Monaten. Das Startfenster öffnet sich um 10:21 Uhr Ortszeit (16:21 Uhr MEZ) und dauert 85 Minuten. An Bord befindet sich der Telekommunikationssatellit ViaSat-3 F3, der Breitbandinternet für den asiatisch-pazifischen Raum bereitstellen soll.

Der Satellit

ViaSat-3 F3 wiegt rund 6,6 Tonnen und soll auf einer geostationären Umlaufbahn in etwa 35.786 Kilometern Höhe positioniert werden. Die geplante Übertragungskapazität liegt bei einem Terabit pro Sekunde – vorgesehen für Passagierflugzeuge, Schiffe sowie Behörden- und Verteidigungskunden. Der Viasat-Ankündigung zufolge soll der kommerzielle Betrieb im Spätsommer 2026 beginnen. Mit F3 schließt Viasat seine globale Dreistelliten-Konstellation ab, die Amerika, Europa/Nahost/Afrika und nun den Pazifikraum abdeckt.

Ein Wermutstropfen: Der erste Satellit der Reihe, ViaSat-3 F1, verunglückte 2023 bei der Entfaltung seiner Antenne und arbeitet seither mit weniger als zehn Prozent der geplanten Kapazität. Der Schaden löste eine Versicherungsforderung von 421 Millionen US-Dollar aus.

[MEDIA_1]

Arianespace verliert, SpaceX gewinnt

Ursprünglich war der Start für eine Ariane-6-Rakete von Arianespace vorgesehen. Doch Entwicklungsverzögerungen bei der Ariane 6 und ein aufgestauter Startrückstand – entstanden durch die Umvergabe russischer Sojus-Nutzlasten nach dem Angriff auf die Ukraine – zwangen Viasat 2023 zum Wechsel zu SpaceX. Das dokumentiert eine technische Analyse von NASASpaceflight.com ausführlich.

Für die europäische Raumfahrtindustrie ist das ein schmerzhafter Auftragsverlust. Ein Premiumauftrag wie das ViaSat-3-Programm hätte Arianespace dringend benötigte Einnahmen und Startkapazität gesichert. Stattdessen landet ein weiterer schwerer Satellit auf einer US-Rakete – und das Versprechen europäischer Startautonomie bekommt einen weiteren Kratzer.

Zwei Booster landen, einer nicht

Technisch ist der Start trotzdem sehenswert. Die Falcon Heavy besteht aus drei modifizierten Falcon-9-Erststufentriebwerken und erzeugt beim Start rund 23 Meganewton Schub. Die beiden seitlichen Booster kehren nach dem Stufentrennen synchronisiert zu den Landepads LZ-2 und LZ-40 am Kennedy Space Center zurück. Der zentrale Kern wird für diese Mission verbraucht – der Schwung zur geostationären Transferbahn kostet schlicht zu viel Treibstoff für eine Rückkehr.

Für SpaceX ist es der zwölfte Falcon-Heavy-Flug insgesamt, berichtet Space.com. Der letzte fand im Oktober 2024 statt, als die Rakete die NASA-Sonde Europa Clipper in Richtung Jupitersystem beförderte.